Einmal Cape von vorn bis hinten und ein toller Abend

Sonntag, 24.09.2006

Viel ist heute nicht passiert. Das Wetter war noch immer etwas merkwürdig, für den Nachmittag waren schwere Stürme angesagt. Kein gutes Wetter zum Wale beobachten... Für den Strand war es zu windig, für einen ganzen Tag im Zimmer dagegen zu warm und ja auch immer mal wieder sonnig. Was tun?

Wir haben das gesamte Cape durchstreift. Mit dem Auto natürlich und der Erkenntnis, dass diese Halbinsel ein ganzes Stück größer ist, als man erwartet. Wir haben Leuchttürme besucht, Strände abgefahren (die in Provincetown sind noch immer die schönsten!) und große, eindrucksvolle "mansions" bewundert. In Sandwich haben wir DIE typische New England Idylle gefunden, einige kleine antique stores durchstöbert und die schönsten Routen abseits des "King's Highway", der Route 6, ausprobiert. Kein Tag der großen Erlebnisse - aber wir wollten ja auch mehr ausspannen in dieser Woche...

Am frühen Abend sind wir zu unserer abendlichen Strandwanderung aufgebrochen. Den Mayo Beach haben wir ja schon mehrfach besucht, aber diesmal sind wir komplett um Wellfleet herum spaziert, durch einen kleinen Wald, vorbei an schon leerstehenden und winterfest gemachten Cottages, in denen bis zum Frühling niemand mehr wohnen wird. In ein paar Wochen wird es hier fast überall so aussehen - die Saison ist vorbei und ab Oktober fällt das Cape in eine Art Winterschlaf.

Aber noch sind wir nicht soweit - wie wir am Mayo Beach eindrucksvoll erleben konnten. Der mittlerweile sehr stürmische Wind peitschte nicht nur die Wellen gegen den Strand, sondern auch die Wolken landeinwärts - so dass pünktlich zum Sonnenuntergang die Sonne strahlend hinter den Wolken hervor lugte. Wieder einmal waren wir überwältigt von diesem ungeheuer klaren und intensiven Licht, das hier alles in außergewöhnliche Farben taucht. Jede Blau-Schattierung wirkt tiefer, jeder Sonnenstrahl gleißender, das Weiß der Schaumkronen und der vielen, vielen Muschelschalen, die an den Strand gespült werden, leuchtender. Der Wind zerrte an uns, die Sonne schien uns - wie um sich für den unentschlossenen Tag zu entschuldigen - direkt ins Gesicht. Die Wellen platschten an Land, die vor dem Strand verankerten Boote tanzten nicht nur auf dem Wasser, sie kämpften regelrecht darum, nicht umgeworfen zu werfen. Alles glänzte, wie frisch poliert, wie rein gewaschen, obwohl kein Tropfen Regen gefallen war. Das Meer grollte, sammelte sich, warf die Wellen an Land, zog sich zurück, immer wieder. Nach zwanzig Minuten versank die Sonne dann hinter dem Horizont. Vorher hatte sie den gesamten Strand in gleißendes, goldenes Licht getaucht. Ein unglaubliches Schauspiel...

25.9.06 04:08

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